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Die sechs (einhalb) gängigsten Sonnencremes im Test


Sechs Sonnencremes die wir in diesem Blogpost genauer unter die Lupe nehmen.

Ich habe dazu euch gefragt (über welche Sonnencreme wollt ihr mehr wissen?), bin in die Apotheke gelaufen (welche Sonnencreme empfehlt ihr?), habe selbst recherchiert (was mögen Naturkosmetiker?) und habe mich einmal verlocken lassen (geschützt sein und braun werden in einer praktischen Sprühflasche - i wish!) und bin somit auf sieben Produkte gekommen, die wir uns genauer unter die Lupe nehmen (die siebte nehmen wir mal nur halb ernst).

Ein kurzer Satz noch vorweg: All diese Sonnencremes sind weder naturkosmetisch, noch basieren sie auf reinem Pflanzenöl. Auch wenn in man einigen Pflanzenölen (Himbeerkernöl, alles mit Carotiniden, Leinsaatöl) einen natürlichen Lichtschutzfaktor nachweisen kann, übersteigt dieser in den seltensten Fällen den Faktor 8 und ist daher lange nicht ausreichend. 

Die Sonnencreme von Bioderma Photoderm MAX

Bioderma Photoderm Aquafluide Max
- 50+ LSF
- 40ml für 14€
- mineralisches und chemisches UV-Filtersystem
- UV-A und UV-B Schutz

Optisches und Haptisches
Sehr witzig, eine sehr flüssige, getönte Creme kommt aus der Tube heraus bei der man fast das Gefühl bekommt sie schnell einzureiben zu müssen bevor sie trocknet! Die Tönung ist sehr subtil und ich hatte eher das Gefühl eines Teintausgleiches, sie verschwindet beim Auftragen. 

Inhaltsstoffliches
Momentan halte ich die Augen offen nach Octocrylene, ein weit verbreiteter und nicht empfehlenswerter Inhaltsstoff in Sonnencremes, leider auch hier enthalten. Weiterhin aber auch ein Gemisch aus Mannitol und Ecotin, die mir in dieser Kombination erst bei Bioderma über den Weg gelaufen sind, und beide aus maritimen Mikroorganismen (meist Braunalge) gewonnen werden! Ecotin sieht man häufig in Sonnencremes und ist eigentlich ein Stoff, den Organismen in hohen, existenzbedrohenden Situationen produzieren, der sich bis tief in der Epidermis um den Zellkern hüllt und somit die DNA schützt! Und es kann für bis zu 200% mehr Feuchtigkeit in der Haut sorgen, welcher bis zu sieben Tage anhält. Eine tolle Idee für Sonnencreme! Mannitol, das Mannit eigentlich, kenne ich bislang nur ähnlich als Füllmittel (ähnlich wie Pfeilwurzstärke). Ich vermute hier finden wir unseren Mineralfilter als Nanopartikel (anders kann ich mir die Konsistenz sonst nicht erklären!), aber da lasse ich mich gerne belehren :-)

Schützendes
Ein Schutz von 50+ bedeutet meistens, dass sogar ein LSF von 60 erreicht wurde. Da man einen Schutz von 60 jedoch nicht dauerhaft gewährleisten kann, ist 50+ die Kategorisierung, auf die man sich geeinigt hat. Und ich kann euch sagen - da kommt nicht mehr viel durch. Ich habe ja Sommersprossen, und bei guter Sonnencreme werden diese ähnlich schnell braun wie der Rest meines Gesichtes (im Vergleich zu ohne Sonnencreme: sehr viele dunkle Sommersprossen und noch sehr weiße Haut), insofern bin ich zufrieden! 

Beeindruckendes
(hier im Sinne von einen Eindruck hinterlassend)
Ich hatte keinen Eindruck von Komedogenität, kein Gefühl von Sonnencreme-Klebrigkeit, ja ich habe zwischendurch nicht einmal richtig gemerkt, dass ich Sonnencreme aufgetragen habe! Funktionierte sehr gut.

Sonnencreme von Heliocare 360°.

Heliocare 360° gel oil-free
- LSF 50
- 50ml für 17,79€
- UV-A und UV-B Schutz

Optisches und Haptisches
Verlässt die Tube fast wie Wasser, ist milchig-weiß und leicht aufzutragen. Der Sonnenschutz ist auf der Haut fast nicht bemerkbar. Ich hatte kein Trockenheitsgefühl. Die Creme ist nur ein wenig klebrig. 

Inhaltsstoffliches
Der natürliche Star der Inhaltsstoffe ist Polypodium Leucotomos, der Goldtüpfelfarn aus Südamerika. Der ist ein so starker Radikal- und freie Sauerstoffgruppenfänger, dass ihm Schutz vor UV-Strahlen nachgesagt wird. Daneben schützt der Farn vor UV-bedingtem Verlust von Langerhanszellen (das Immunsystem der Haut) und einigen anderen wichtigen Zellen. Ansonsten schützt die Sonnencreme aufgrund des „Bioshield System“ von Heliocare, welches sowohl künstliche als auch natürliche Stoffe enthält. Schön ist auch, dass eine isolierte Aminosäure der Laurinsäure als antibakterieller Wirkstoff verwendet wurde, damit die Sonnencreme weniger Unreinheiten verursacht. 

Schützendes
Ein Schutz von 50, was auch völlig ausreicht. Ich bin beispielsweise Hauttyp I (Sommersprossen, helle Haut, langsames Bräunen, schneller Sonnenbrand), bedeutet meine Haut kann sich gut 10 Minuten selbst vor der Sonne schützen. Der Lichtschutzfaktor gibt eben den Faktor an, um den der Aufenthalt in der Sonne vor Licht geschützt (verlängert) werden kann. 10 Minuten x LSF 50: 500 Minuten natürlicher Aufenthalt in der Sonne (natürlich ohne Baden, Sonnenbaden in der prallen Sonne etc). Ich hatte einen positiven, geschützten Eindruck.

Beeindruckendes
Auch hier habe ich den Schutz kaum gemerkt. Unter die Pflege und das Make-Up hat es beides trotzdem kaum beeinflusst. Ich muss sagen, ein guter, diskreter Sonnenschutz.

Die Sonnencreme von Isdin Foto Ultra Active Unify.

ISDIN Foto Ultra Active Unify 
- LSF 50+
- 50ml für 24,99€
- UV-A und UV-B Schutz

Optisches und Haptisches
Anders als die zweite ISDIN Sonnencreme in dieser Reihe ist diese ISDIN Sonnencreme glänzend auf der Haut, was mich ja tendenziell nicht stört, aber ich hatte das Gefühl ich kann den Sonnenschutz merken. Erst weiß wird die Creme auf dem Gesicht dann transparent. Man hat nicht unbedingt das Gefühl, dass man nach der Creme noch eine Pflege auftragen muss. Ungewohnt und bemerkenswert also!

Inhaltsstoffliches
Hier erklärt sich mein Gefühl, dass man keine Tagespflege mehr braucht: ich finde Niacinamide, Hyaluron, Allantoin, Panthenol, Tocopherol, all so ein Tüdelüt der eigentlich ja in einer Sonnenpflege nicht drin sein muss! Leider findet man auch Silikone, denaturierten Alkohol, Palmitate und Parfum. Witzig. Und ich habe gemischte Gefühle: persönlich suche ich ja nur Sonnenschutz und will den Rest selbst bestimmen, und kein 100-in-1 Produkt, das versucht alles gleichzeitig für mich zu sein (Hyaluron, tz. Eine witzige Entscheidung wenn du mich fragst).

Schützendes
Ohren auf: diese Creme erreicht einen LSF von 119. Beeindruckend, und es erklärt auch die Haptik, hier war den ISDIN Leuten der hohe Schutz eindeutig wichtiger als das Auftragevermögen. Und so wirbt ISDIN hier auch mit dem Ausgleich an Pigmentflecken: eine Regulierung der Melaninproduktion soll Verdunklungen nach und nach aufhellen. Dieser Effekt soll nach drei Monaten sichtbar sein, da kann ich also nichts zu sagen. Sonst sehr viele Filter, leider auch die Octocrylene. Aber wer davor keine Sorge hat, hat einen echt bombenfesten Schutz.

Beeindruckendes
Absolut beeindruckend ist natürlich der Schutz von 119 (und trotzdem deklariert man das dann ja nach der Kosmetikverordnung mit dem Höchstwert 50+). Und der Alles-in-einem-Ansatz. Ja. Das ist alles was ich dazu sagen mag, bin ein wenig überwältigt haha. 

Die Sonnencreme von Avène Clearance.

Avène Clearance 50+
- LSF 50+
- 50ml für 14,99€
- chemischer und physikalischer Filter
- UV-A und UV-B Schutz

Optisches und Haptisches
Ein wenig fester als die zuerst getesteten, weiß, mehr wie man Sonnencreme eben kennt. Zieht normal ein, was mir nach der Heliocare und der Photoderm Max eher langsamer vorkam. Trotzdem flüssige Textur.

Inhaltsstoffliches
Positives zuerst: Thermalwasser ist natürlich eine tolle Alternative zum (für mich langweiligen) destillierten Wasser. Es bleibt tausende von Jahren unberührt und enthält ein tolles Spektrum an wertvollen Mineralien. Was mir nicht sehr gut gefiel, war die künstliche Parfumierung.
Avène verwendet Tetramethylbutylphenole und ist dabei in Sachen Innovation ganz vorne mit dabei: eine Mischform von physikalischen und chemischen Sonnenschutz. Diese Nanopartikel sollen dabei nicht in den Organismus eindringen und einen sicheren Schutz gewährleisten. 

Schützendes
Eben bei den Nanopartikeln merkt man den Unterschied zum Discounter beispielsweise: umso größer die Filterpartikel, desto „weißer“ ist die Creme beim Auftragen. Die Avène Clearance gibt es auch als Sprühvariante, von der ich abraten würde, da man A. meist zu wenig Sonnencreme verwendet und B. die Nanopartikel einatmen könnte. Ich habe die Sonnencreme den ganzen Tag getragen und keinen Sonnenbrand bekommen. 

Beeindruckendes
Interessant war, dass diese Sonnencreme nicht wie die vorherigen mattiert hat, sondern der Haut ein angenehmes Glänzen verlieh. Das empfand ich als angenehm. 

Die Sonnencreme von Isdin Fotoprotector Fusion Water.

ISDIN Fotoprotector Fusion Water 50+
- LSF 50+
- 50ml für 21,90€
- UV-A und UV-B Schutz
- mineralische und chemische Filter

Optisches und Haptisches
Interessante Haptik! Wieder sehr wässrig, fast transparente Sonnencreme, die die Haut mattiert. Ich hatte das Gefühl meine Haut schluckt die Sonnencreme förmlich, und ich habe noch einmal kontrolliert, dass ich wirklich gerade Sonnencreme und kein Serum oder Fluid auftrage. Spannend. Tatsächlich war diese Creme auch die Empfehlung der Apothekerin, und ich dachte zunächst das liege am Preis. 

Inhaltsstoffliches
Gut fand ich die Fülle der Filter, die Inhaltsstoffliste kommt einem wie eine Auflistung an Filtern vor. Keine Silikone, denaturierter Alkohol etc. und so weit ich es beobachten konnte keine allergieauslösenden Stoffe, abgesehen vom Parfum, das kann ja anscheinend niemand lassen. Sogar Vitamin C (aber fast zuletzt) ist drin, bestimmt zur Stabilisation der Emulsion. Das erste Mal, dass ich in dieser Reihe den Radikalfänger Tocopherol in einer Sonnencreme sehe. 

Schützendes
Mineralische und chemische Filter, auch das bekannte Titaniumoxid als Nanopartikel. Aus irgendeinem Grund zieht die Creme wohl auch gut auf feuchter Haut ein und kann einen Schutz von LSF 50+ vorweisen. 

Beeindruckendes
Beeindruckendes - tja! Ich bin tatsächlich beeindruckt, und werde diese Creme vermutlich meiner Schwester schenken, denn besonders für empfindliche Haut scheint diese Sonnencreme ein toller Schutz zu sein. 

Die Sonnencreme von La Roche-Posey Anthelios.

La Roche-Posay Anthelios
- LSF 50+
- 50ml für 17,79€
- UV-A und UV-B Schutz

Optisches und Haptisches
Ein nettes, angenehmes Fluid. Hat ein wenig geweißelt, aber anhand der Inhaltsstoffliste weiß man warum. Wenn man viel aufträgt, muss man ein wenig warten bis es eingezogen ist. 

Inhaltsstoffliches
Tja, da musste ich mich ordentlich durchkämpfen! Ich glaube ich habe sieben oder acht UV-Filter gefunden! Puh! Spannend war, dass die Nanopartikel nicht wie in Deutschland üblich mit dem Zusatz (nano) gekennzeichnet waren, das Weglassen des Nano-Zusatzes ist eigentlich nur in den USA üblich. Schade war, dass denaturierter Alkohol und Silikone drin sind, das habe ich nicht erwartet.

Schützendes
Wir haben hier ähnliche moderne chemisch-mineralische Filter wie die Methoxyphenyl Triazine etc. Wie gesagt - viele Filter. Diese Sonnencreme muss ziemlich gut schützen. 

Beeindruckendes
Ein tolles Beispiel für die Schwierigkeit der Thematik: guter Schutz, oder gute Inhaltsstoffe? Der Verbraucher muss oft noch einen Kompromiss eingehen. Das ist mir hier sehr deutlich geworden.

Die Schutz und Bräune Sonnencreme von Nivea.

Nivea Sun Schutz&Bräune 30
- LSF 30
- 200ml für 9,80€
- UV-A und UV-B Schutz
- mineralischer und chemischer Filter

Optisches und Haptisches
Dass diese Sonnencreme in meine Hände geriet war ein interessanter Zufall: während ich den Blogpost hier im Kopf hatte ging ich durch Rossmann und habe mich von zwei Dingen beeinflussen lassen: die witzige Flasche (man mag sie irgendwie in der Hand halten) und die Art des Auftragens (Sprühen scheint ja wirklich praktisch und schnell zu sein). Und ich bin mir sicher, dass Nivea noch einige andere Mechanismen angewandt hat um meine Kaufentscheidung zu beeinflussen. Optisch also ansprechend, haptisch ansprechend und praktisch. Tja und braun werden will ich Käse ja auch gern so schnell und geschützt wie möglich, ein bisschen selbstbräunerfreie Hilfe ist da in meiner Psyche willkommen. 

Inhaltsstoffliches
Ein Pro-Melanin-Extrakt soll durch das Anregen der Aktivität von Melanozyten für ein schnelleres Bräunungsergebnis sorgen, und die Haut in ihrer Schutzfunktion unterstützen (die Melanozyten fangen die Stahlen ja auf und wandeln sie in Melanin um - unser natürliches Sonnenschutzmittel). Ansonsten sehr sehr viel Parfum. Es sind 5 Allergene angegeben, und man riecht den typischen Geruch schon wenn man den Deckel abnimmt. Denaturierter Alkohol schützt auch hier vor Verkeimung, welchen wir ja aber in der Naturkosmetik ja gerne auf der Haut meiden. 

Schützendes
Eigentlich passt diese Creme ja nicht wirklich in unsere Reihe - alles andere waren Gesichtscremes und ich habe nicht das Verlangen gespürt mir diese Sprühcreme in mein Gesicht zu sprühen (und vermutlich meinen gesamten Haaransatz aus versehen gleich mit) zu schützen. Wie gesagt - Spontankauf! Auf dem Körper aufgetragen hatte ich das Gefühl sie schütze gut, doch eine Vergleichbarkeit kann ich hier nicht geben. Eine Warnung noch: sprüht mit dieser Sonnencreme deutlich mehr auf, als ihr denkt. Bei Sprühsonnencreme neigt man schnell dazu zu wenig Schutz aufzutragen. 

Beeindruckendes
Beeindruckend ist natürlich, dass ich mich als jemand der sich intensiv mit Inhaltsstoffen auseinandersetzt unbewusst zum Kauf verleiten ließ, sobald in meinen Gedanken das Thema Sonnencreme in den Vordergrund rückte. Aber Produktdesign ist ja okay und richtig! Der Sprühaufsatz kam mir auch praktisch vor, obwohl es tendenziell natürlich keinen großen Unterschied macht. Man denkt eben es ist praktisch. Irgendwie wirkt es doch angenehm auf einen. Keine Sonnencreme für empfindliche Haut. 

Sonne an einem Strand. 

Abschließendes
Natürlich ist Sonnencreme (auf diesem Stand der Erkenntnisse im positiven Sinne) noch kein Glanzgebiet der Naturkosmetik. Und ihr kennt mich - ich kenne mich mit naturkosmetischen Inhaltsstoffen aus, in der Vielfalt molekularer Kosmetik bin ich nicht ganz so gewandt. Aber interessant fand ich doch, dass man sehr viel Parfum in Sonnencremes findet, und ich frage mich, ob dass daran liegt, dass der Verbraucher gerne noch eine duftende Sonnencreme zu einer naturkosmetischen Tagespflege präferiert. Offensichtlich ist der Markt für unparfumierte Sonnencreme nicht so stark gewachsen wie der für naturkosmetische Pflege. 

Milde überrascht bin ich auch von den Inhaltsstoffen generell: es ist nicht so schlimm wie erwartet. Die meisten Sonnencremes haben (anders als in naturkosmetischen Sonnencremes!) sowohl mineralischen als auch chemischen UV-Filter. Und natürlich sind alle Einschätzungen hier subjektiv, und sollen lediglich eine Orientierung darstellen, aber ich hätte mehr hormonell wirksame Wirkstoffe erwartet. Klar findet man auch noch Silikone, und Alkohole, aber die sind ja auch nicht am deutschen Markt verboten. Und vom Hocker gehauen hat mich von den Inhaltsstoffen gesehen offensichtlich keine. 

Ich bleibe dabei: ein Sonnenschutz ist wichtiger als kein Sonnenschutz. Verzichtet nicht drauf, wenn keine Alternative vorhanden ist. Schützt euch lieber schlecht als gar nicht! Ich hoffe ihr konntet euch nun sieben Sonnencreme-Tests sparen, und seid ein bisschen schlauer als vorher. Und wer nun noch ein bisschen mehr wissen möchte, kann hier lesen wie viel Vitamin C eigentlich wirklich in einem Vitamin C Produkt steckt. 

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