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Wie man sein Kosmetiklabor einrichtet


Foto: Rawpixel

Heute soll es darum gehen, wie man das Rühren überhaupt erst vorbereitet. Und das fängt schon beim Einrichten des Arbeitsplatzes, seines eigenen Labors, an! Die schönste Sheabutter ist nutzlos, wenn sie schon bei der Herstellung verkeimt. Und bei all den Utensilien die man in verschiedenen Laboren sieht, wäre ein Überblick doch ganz nett. Hier sind also die neun wichtigsten Utensilien für sein eigenes Kosmetiklabor:

1. Das Formulierungshandbuch

Das Nr. 1 Utensil eines Produktentwicklers ist sein Rezeptehandbuch. Da sollte man alle wichtigen Informationen zu einer Charge aufbewahren, und zwar so, dass man auch Monate später noch nachvollziehen kann, wie man was, warum und wieso, angerührt hat.

Wie man mithilfe eines Formulierungshandbuchs richtig dokumentiert kann man in den Highlights von Naturkosmetik München ansehen! Dort gibt es einen kompletten Anfänger-Guide.
Hier sind noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

- Datum der Herstellung
- Chargennummer 
- Herstellungsmenge
- Rezept in Prozent
- Prozente in Gramm entsprechend der Herstellungsmenge
- Ablauf der Herstellung
- Bei wasserhaltigen Formulierungen: pH-Adjustierungen und Konservierungsmethode
- Dokumentation der Rührzeiten: Wie lange hochtourig? Wie lange abgekühlt?
- Beobachtungen des fertigen Produkts: Konsistenz, Haptik, Aussehen, Duft, ...
- Veränderungen mit Begründungen für die nächste Charge

Umso mehr Beobachtungen man notiert, desto einfacher kann man die guten Formulierungen reproduzieren, und bei den Schlechten analysieren wo der Fehler lag! 

 

 2. Feinwaagen

Umso genauer, und umso mehr Gewicht eine Waage wiegen kann, desto teurer wird sie auch im Einkauf. Man muss also bereits vor dem Kauf einer Waage entschieden haben, welche Kosmetikgrößen man herstellen möchte.

Man muss sich beim Kauf einer Waage also zwei Fragen stellen:
Wie genau möchte ich wiegen?
Wie viel Endprodukt möchte ich herstellen?

Für den Eigenbedarf genügt meistens eine 200g Waage, aber das unterliegt vollständig der eigenen Entscheidung. Wichtig wird die Wahl der Waage in der Präzision: Stell dir vor du möchtest 50g Gesichtscreme herstellen, und musst dafür 0,2% ätherisches Öl abwiegen, also 0,1g! Und liest nach, dass der Dermal Limit für dein ätherisches Öl bei 0,27% liegt, und musst daher unter 1,35g bleiben. Da merkt man schnell, dass man mit Grammwagen nicht weit kommen wird, wenn man die zweite Nachkommastelle kontrollieren muss. Gerade ätherische Öle sollte man aufgrund unterschiedlicher Dichten und Tropfgrößen niemals in Tropfen, sondern in Grammangaben messen um die Dermal Limits nicht aus Versehen zu überschreiten.

3. Schutzausrüstung

Zu deinem eigenen Schutz, und zu dem deines Verbrauchers, trägt man bei der Herstellung von Kosmetika Schutzkleidung. Produziert man für sich selbst reicht da oft ein paar Handschuhe um die Verkeimung deines Produktes zu vermeiden. Lange Haare müssen in einem Kopf zusammengehalten werden. Ich trage zusätzlich gerne eine Schürze, um Spritzer auf meiner Kleidung zu vermeiden, und um mir bewusst zu machen dass es jetzt um hygienische Herstellung geht und ich mich nicht unnötig von meinem Arbeitsplatz entfernen sollte. Produziert man für einen Endverbraucher, werden die Auflagen strenger: Zusätzlich zur Schürze und den Handschuhen muss mit einem Haarnetz fliegenden Haaren vermieden werden. Eine Schutzbrille im Umgang mit ätherischen Ölen schützt die Augen vor Spritzern. Und Schuhe, die nur im Arbeitsbereich getragen werden, verhindern, dass Straßendreck von Draußen zum Labor getragen wird.

4. Feuerfeste Bechergläser

Bechergläser kommen in vielen Größen und Formen, und man muss sich seiner Produktionsmenge entsprechend damit eindecken. Ich habe ungefähr 10 Bechergläser, kaufe oft neue, und es gehen mir auch mal welche kaputt. Am Anfang empfehle ich immer zwei Bechergläser in 250ml und 150ml, da die für die Formulierungen im Eigenbedarf ausreichen. Dazu ein kleines, schnapsglasgroßes Becherglas für die Glycerin/Xanthan Mischung. 

Foto: Hans Reniers

5. Wasserbäder/ Bain Marie

Bain Marie nennt man das Aufschmelzen im Wasserbad mit Schüsseln aus Metall, die aussehen wie diese Nahrungsschüsseln in Schulkantinen! Darin kann man im Wasserbad seine Buttern und Öle gleichmäßig aufschmelzen. Für den Eigenbedarf schmelze ich die Öle direkt auf der Herdplatte auf der niedrigsten Stufe. Erhitzt man jedoch mit einem Bain Marie, kommt die Hitze statt gezielt von unten von allen Seiten und die Fettphase erhitzt sich gleichmäßiger. Ich sehe das ähnlich wie mit dem Zauberstab und dem Milchaufschäumer: für mich selbst reicht der Milchaufschäumer, produziere ich aber für andere rühre ich mit dem ESGE Zauberstab. 

6. pH-Streifen

Ohne pH-Streifen geht wenig, vor allem nichts mit wasserhaltigen Formulierungen: denn die meisten Konservierer sind nur in einem begrenzten pH-Fenster wirksam. Die Formulierung muss also unbedingt auf den pH-Wert getestet und abgeglichen werden, um vorzeitiges Ranzigwerden oder Verkeimung der Produkte vorzubeugen.

7. Rührgeräte

Von Glasstäben zu Messlöffeln, Thermometern und Zauberstäben muss jedes Rezept welches man herstellt auf irgendeine Art und Weise gerührt werden. 

Man arbeitet meistens mit:
- Glasstäben
- Spateln
- Messlöffeln
- Rührstangen

Und man sollte mindestens eines der Sorten besitzen.

Foto: Matt Briney

8. Reinigungsutensilien

Man kann nicht kontrollieren wie die Verbraucher mit dem Produkt umgehen, man kann aber dafür sorgen dass die Produkte so keimfrei wie möglich deine Herstellung verlassen. Auch wenn man für sich selbst produziert, möchte man die kostbaren Öle so lange wie möglich keimfrei benutzen können.

Man arbeitet jedoch nicht wie in einem OP, und daher nicht steril. Beim Desinfizieren des Arbeitsbereiches, der Arbeitsutensilien und einem selbst reduziert man die Anzahl der Bakterien, eliminiert sie jedoch nicht.

Wie geht man also vor?
Als Produktentwickler wäscht man sich nach GMP regelmäßig mit warmen Seifenwasser die Hände, mindestens jedes Mal beim Betreten des Arbeitsbereiches.

Die Arbeitsgeräte werden mit warmen Seifenwasser gründlich gereinigt und dann sorgfältig mit Küchenpapier trocken gewischt. 

Der Arbeitsbereich, und der Boden um den Arbeitsbereich, wird mit warmen Seifenwasser gereinigt und mit Küchenpapier trockengewischt.

Vor Herstellungsbeginn werden alle Oberflächen und alle Utensilien mit Alkohol gereinigt. 

Wem das nicht reicht und wer der Sterilisation noch einen Schritt näher kommen möchte, kann die Untensilien 3-5 Minuten in kochendem Wasser auskochen.

9. Tiegel, Behälter, Dosen

Hat man sein fertiges Produkt, muss man es ordnungsgemäß aufbewahren: Bestellt man seine Tiegel bei einem fachgerechten EU-Produzenten ( nicht Alibaba!) können die Tiegel direkt befüllt werden. Produkte die in Kartons kommen die bereits äußerlich verdreckt oder beschädigt sind müssen unbedingt separat gereinigt werden.

So ist man super vorbereitet die tollen Inhaltsstoffe zu verarbeiten auf die man sich schon die ganze Zeit gefreut hat! Und einem qualitativ hochwertigen Endprodukt steht nichts mehr im Weg.
Man sollte sich zusätzlich nicht so ernst nehmen, wenn man rührt! Kleine Fehler passieren mal, man verschüttet mal etwas oder es geht mal alles schief. Bestimmt dreimal habe ich destilliertes Wasser schon mit dem Thermometer IM Becherglas aufgekocht und es ist mir einfach geplatzt. Das passiert, und ist ganz normal (wenn auch teuer, haha)! Schreibt eure Fehler ins Formulierungshandbuch und macht es das nächste Mal besser. Ich glaube an euch! :)

Lies hier die besten Tipps um Akne im Erwachsenenalter zu heilen!

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